
Am 30. Januar öffnete die Aula der Oberschule Mölkau wieder ihre Türen für den Neujahrsempfang des Ortschaftsrates. Wir freuen uns außerordentlich, dass die mittlerweile 3. Ausgabe des NJE einen so unerwartet hohen Zuspruch erfahren hat - ein Grund zu der Annahme, mit dieser Art von Veranstaltung in unserem Ort einem gewissen Bedarf zu entsprechen.
Unsere Veranstaltung sollte Vereine, Vertreter aus kommunaler Verwaltung und Politik sowie alle, die im Ort aktiv sind oder sich für das Geschehen interessieren, einladen und uns als Gemeinschaft stilvoll Raum geben, um sich auszutauschen oder stolz zu sein auf das Erreichte.
Durch den Abend führten diesmal Andy Wollschläger und Jörg Mehlis - musikalisch begleitet von einem Bläserquintett der Musikschule Leipzig "Joh.-Seb.-Bach". Nach der Begrüßung und einigen einleitenden Worten ließ Ortsvorsteher Klaus-Ruprecht Dietze kurz das vergangene Jahr Revue passieren und lobte dabei das Engagement aller, die es mit Veranstaltungen, Projekten und Leben gefüllt haben. Anschließend übergab er das Wort an den Verwaltungsbürgermeister der Stadt Leipzig und Pate des Ortschaftsrates Mölkau, Ulrich Hörning. BM Hörning begleitet seit Jahren das Geschehen in unserem Ort und ist mehrfach im Jahr Gast bei den Ortschaftsratssitzungen.
Würdigung des Ehrenamtes
Im Mittelpunkt auch des diesjährigen Abends stand das Engagement Einzelner für Mölkau. Dazu hatte der Ortschaftsrat Vereine und Einwohner im Vorfeld aufgerufen, Vorschläge für Personen einzureichen, die eine Ehrung erhalten sollen. Moderiert von Jörg Mehlis, hielten nun Weggefährten ihre Laudatio zu den Auserkorenen. die von all dem bis dato in Unkenntnis waren. Die Reihenfolge der Nennungen hatte dabei keine Relevanz.
Zudem beansprucht die Auswahl der Nominierten keine Vollständigkeit, denn der Ortschaftsrat Mölkau ist der Überzeugung, dass viele weitere Gesichter in unserem Ort eine Anerkennung verdienen. (Wir appellieren daher an alle, auch für zukünftige Veranstaltungen Vorschläge einzureichen.)
Allen nominierten Einwohner überreichte OV Dietze neben einer Urkunde einen Einkaufsgutschein für die Geschäfte des Pausdorfcenters.
Daniel Hillert | Vorsitzender DRK Ortsverein Mölkau-Holzhausen

Geehrt für sein jahrelanges Engagement im DRK Ortsverein sowie für sein Wirken innerhalb der Kirchgemeinde
Die Laudatio hielt Ines Meister, DRK OV Mölkau Holzhausen.
Rita Land | Mitglied Volkssolidarität-Ortsgruppe

Geehrt für Ihre jahrelanges Wirken innerhalb der Ortsgruppe der Volkssolidarität in Mölkau, insbesondere für die Organisation und Durchführung von Veranstaltungen und Angeboten für Senioren.
Die Laudatio hielt Petra Müller, Mitglied der VS Ortsgruppe Mölkau
Frank Harttig | Mitglied SV Mölkau 04

Geehrt für sein jahrzehntelanges Engagement im SV Mölkau 04, insbesondere in der Sektion Volleyball, aber auch darüber hinaus.
Die Laudatio hielt Sven Heinze, Vorsitzender SV Mölkau 04.
Marina Otto | Mitglied Heimat- und Kulturverein

Geehrt für Ihre jahrelanges Wirken im Heimat- und Kulturverein Mölkau, insbesondere für die Tätigkeit rund um die Bibliothek.
Die Laudatio hielt Claus-Dieter Offermanns, stellv. Vorsitzender HuK.
Axel Gödicke | engagierter Bürger

Geehrt für sein berufliches und privates Engagement für Mölkau, insbesondere für seine Tätigkeit innerhalb des Parkaktiv 2.0.
Die Laudatio hielt Jens Schäffer, Mitglied Ortschaftsrat Mölkau.
Nach einer kleinen Pause folgte ein Rückblick in die Geschichte Mölkaus. Als unmittelbarer Nachfahre der Familie Gutberlet entführte Claus-Dieter Offermanns die Gäste zu einer knapp 30minütigen industriegeschichtlichen Reise ins einstige Industriegebiet rund um die Gutberletstraße. Der Vortrag stieß - ähnlich wie im Vorjahr das Thema "Schulgeschichte" - auf großes Interesse. Wir werden daher bei zukünftigen Veranstaltungen weitere historische Vortragsreihen etablieren.


Jörg Mehlis verwies anschließend als Ergänzung dazu auch auf die industriegeschichtliche Ausstellung während der 700 Jahrfeier 2024 im Stadtgut. Hierbei wurden durch private Initiativen zahlreiche Exponate erworben und ausgestellt, die von der Vielfalt der in Mölkau hergestellten Industrieprodukte zeugten. Nach wie vor gibt es den Wunsch, dauerhaft diese zur Schau zu stellen und ggfs. durch Gründung einer Interessengemeinschaft oder eines Vereins weitere Erzeugnisse zu erwerben und zu sammeln oder sie sogar selbständig aufzuarbeiten. Bei Interesse kann der Ortschaftsrat gern angesprochen werden.
Nach dem Blick in die Vergangenheit schauten wir abschließend nach vorn. Mit Bezug auf die einstigen
Leitlinien des ehemaligen Gemeinderates Mölkau zur Entwicklung unseres Ortes sowie mit Verweis auf die Vorstellung des städtischen Entwurfs zur Ortsteilstrategie (Februar-Sitzung des OR) formulierte Andy Wollschläger einen Gedanken, der aus Sicht des Ortschaftsrates besonders für eine kaum beachtete Zielgruppe von großer Bedeutung sein könnte: der Mölkauer Jugend. (Wortlaut siehe Klappentext)
Chancen für die Jugend von Mölkau - Eine Vision des Ortschaftsrates (Wortlaut)
"Liebe Gäste,
Vergangenheit braucht Historiker, Gegenwart bedarf der Macher, aber die Zukunft braucht Visionen. Und: wer Visionen hat, ist entweder reif für die Psychiatrie oder geeignet für die Politik.
Letzteres wusste schon der Gemeinderat Mölkau Ende der 90er Jahre, als er mit seinen „Leitlinien zur Gestaltung Mölkaus“ eine zwar weniger visionäre, dafür aber weitgedachte Strategie zur Weiterentwicklung unseres Ortes aufstellte. Wer darin blättert, findet all die Themen wieder, die uns auch heute erneut - oder sollte man besser sagen „noch immer“ – schwerpunktmäßig beschäftigen: Verkehr, Infrastruktur, Freiflächen.
Jene Leitlinien verschwanden jedoch mit der Eingemeindung Mölkaus schnell in den Schubladen, schließlich war ab dann die Stadtverwaltung mit all ihren Ämtern nun Herr über Stadt und Land. Und so verspürte unser Ort eine gewisse Stagnation, ein Dornröschenschlaf – wenn man so will. Die Mühlen der Verwaltung hatten uns fest im Griff, aber ohne uns zu beachten.
Bis zum Jahr 2019: Nach den OR-Wahlen meldete sich plötzlich ein Stadtteil viel öfters als gewohnt bei den unterschiedlichsten Ämtern und stellte viele unangenehme Fragen. Mölkau, das war nicht länger ein unbekannter Fleck auf dem Stadtplan – es war das gallische Dorf schlechthin!
Verwaltungshandeln wurde zunehmend hinterfragt, Anträge um Anträge eingereicht und vom Rederecht im Stadtrat mehr als zuvor Gebrauch gemacht - denn die Visionen, die der neue Ortschaftsrat unter Führung des ebenfalls neuen und noch unbekannten Ortsvorstehers Dietze hatte, mussten schließlich - wie er immer zu sagen pflegt - "in die richtige Rille rein!".
Ob es an der Fülle von Visionen lag, ist nicht bekannt, aber auch die Stadt selbst erkannte, dass es einer gewissen Notwendigkeit und Strategie bedarf, um alle 14 eingemeindeten Ortschaften gleichwohl an der Stadtentwicklung teilhaben zu lassen.
Im Frühjahr 2025 stellte das Stadtplanungsamt daher ein neues Konzept vor. Unter dem Motto „Ideen für Mölkau – Strategie für die Ortsentwicklung“ wollte die Stadt unter Bürgerbeteiligung das Wachstum unseres Ortes mit seinen Stärken und Schwächen unter die Lupe nehmen und daraus Planungsempfehlungen ableiten.
Einige unter Ihnen sind damals dem Aufruf ins ehemalige Gemeindeamt gefolgt und haben sich an den Diskussionen beteiligt oder zumindest verfolgt. In der kommenden Ortschaftsratssitzung am 17. Februar wird uns der erarbeitete Entwurf der Ortschaftsstrategie vorgestellt.
An dieser Stelle darf ich Sie daher einladen, gern daran teilzunehmen. Wir dürfen gespannt auf das Ergebnis sein, denn viele Themen aus den Bereichen Infrastruktur, Freizeitangebote, ÖPNV, Grünflächen oder Nahversorger standen zur Debatte bzw. verlangen Handlungsbedarf.
Interessant dürfte dabei u.a auch das weitere Schicksal das ehemalige Schulhortgeländes an der Zweinaundorfer Str. sein. (Das Gelände neben der Kegelbahn wird seit dem Umzug des Hortes auf den Schulcampus vom Gebäudemanagement der Stadt Leipzig als Lager genutzt).
Wie sicher einige unter Ihnen wissen, sehen die Planungen der Stadt Leipzig vor, die bisherige Gebäudesubstanz abzureißen und einen zweitstöckigen Ersatzneubau für ca. 6 Mio Euro zu errichten - nicht an gleicher Stelle (das wäre zu einfach), sondern auf dem straßenseitig gelegenem Außengelände.
Die Krux dabei: es handelt sich bei dem Vorhaben in erster Linie um einen Interimsbau, um sanierungsbedürftige Kitas in Nachbarstadtteilen für deren notwendige Modernisierung für die nächsten mind. 10 Jahre freizulenken. Die Unterbringung Mölkauer Kinder spielt hierbei keine vorrangige Rolle. Ein Fakt, der für uns als Ortschaftsrat nur schwer zu verdauen ist. Die Vernichtung des bisherigen Baum- und Gebäudebestandes für ein Vorhaben, das unserem Ort gar nicht unmittelbar zugutekommt? Und das bei fortwährend sinkenden Bedarfszahlen? Bereits 2022/2023 erfolgte dazu ein Architekturwettbewerb. Der Baustart sollte bereits erfolgt sein, jedoch wurde noch keine Baugenehmigung erteilt. Im aktuellen Sachstandsbericht zu den Kita-Baumaßnahmen ist dieses Vorhaben in Abhängigkeit der Haushaltslage frühestens für 2027/2028 geplant.
Dabei gibt es unlängst Ideen für eine zielgerichtete Weiterverwendung des Areals, die kosten- und ressourcenschonend einen tatsächlichen Bedarf decken könnte. Geradezu ideal scheint der derzeitige Bestand geeignet zu sein, um einer Altersgruppe ein Angebot zur Verfügung stellen zu können, die bisher gar nicht im Fokus auftaucht: die Jugend von Mölkau.
Jene 14-18jahrigen, die sich für den derzeitige Jugendclub und dessen Angebote „zu alt“ fühlen oder die Öffnungszeiten nicht nutzen, weil diese ihren Freizeitbedarf nicht decken. Jene Teenager also, über die sich Anwohner beschweren, wenn sie sich abends auf den Parkbänken treffen und „abhängen“.
Aus Sicht des Jugendamtes ist Mölkau hingegen für junge Leute bis 27 Jahre bedarfsgerecht (was immer das genau bedeutet) ausgestattet. Woher diese Erkenntnis kommt, ist nicht nachvollziehbar.
Was aber wäre, wenn wir für den ehemaligen Hort ein kluges Konzept entwickeln würden, das als Freizeit- und Jugendbegegnungsstätte die bestehende Substanz einschließlich der großen Außenanlagen weiter nutzt? Das gemeinsam mit größeren Jugendlichen erarbeitet wird und sie bei der späteren Nutzung mit in die Verantwortung nimmt? Durch die getrennten großzügigen Räume böten sich vielfältige Nutzungsmöglichkeiten an - für einen Treff, der Zulauf bietet für alle Interessengruppen und Altersklassen, auch nach 19:00 und an Wochenenden? Der bisherige Jugendclub – derzeit untergebracht im ehemaligen Gemeindeamt - könnte sich hier einbringen und sein Angebot erweitern.
Er läge dazu unmittelbar am Schulweg – zentral und dennoch ungestört. Mit wenig Aufwand und mit Unterstützung von Handwerkern, Freiwilligen, Eltern und den Jugendlichen selbst könnten die Räume hergerichtet und gestaltet, Toiletten und Küche modernisiert und das Außengelände entsprechend dem jugendlichen Zeitgeist ergänzt werden: mit Grill und Feuerstelle, Basketballkorb, Graffitiwand…
Einige unter uns kennen noch den einstigen Jugendtreff aus den 90ern, der - wenn man den Erzählungen Glauben schenken darf – fast schon eine Institution war und sich regem Zulauf erfreute. Viele schwärmen noch heute davon.
Stellen wir uns vor, es gäbe nur ansatzweise wieder eine solche Einrichtung.
Noch steht alles in den Sternen, aber die Chance ist so greifbar. Die größte Nuss, die es hier zu Knacken gilt, ist die Erkenntnis seitens der Stadt Leipzig, dass der Fortgang der bisherigen Kita-Planung am Ende als eine millionenteure Investruine endet, die unausgelastet in unserem Ort sein Dasein fristet – während sinnvolle Freizeitmöglichkeiten für unsere Teenager weiterhin Mangelware bleiben.
Ich trage diese Gedanken heute hier vor, da wir die Jugendlichen bei deren Freizeitgestaltung in Mölkau unterstützen müssen und wollen. Das Team vom Jugendclub Mölkau hat – angestoßen durch den Ortschaftsrat und ein paar engagierte Einwohner - bereits Interesse an einem solchen Plan signalisiert, wenn gleich dabei noch alles, was damit im Zusammenhang steht, vage ist: Finanzierung, Art + Umfang von Angeboten, Verantwortlichkeiten, Altersstrukturen usw.
Aber es gibt eine Vision – und Sie wissen ja: wer die hat, gehört in die Politik.
Willkommen also beim Ortschaftsrat Mölkau!"
Mit diesen Visionen endete das ca. zweieinhalbstündige Programm und der Abend ging in den lockeren Teil über. Gratis Verpflegung stand bereit, so dass von allen die Gelegenheit für viele Gespräche genutzt wurde. Die Möglichkeit der Unterstützung für Projekte im Ort in Form von Geldspenden wurde zur Überraschung rege genutzt, wofür wir uns in aller Form bedanken.
Entgegen der letzten Veranstaltungen, bei denen kein großer Bedarf zum Tanz zu verzeichnen war, hielten wir uns diesmal mit diesem Angebot entsprechend zurück. Da sich einige Gäste offenbar darauf eingestellt hatten und mit Partner gekommen waren, werden die Organisatoren Andy Wollschläger und Jörg Mehlis für die nächste Ausgabe 2027 das Veranstaltungskonzept dahingehend anpassen. Generell wollen beide den Neujahrsempfang des Ortschaftsrates weiter inhaltlich und in seiner Ausführung entwickeln und zu einem Event der besonderen Art etablieren.
Der Ortschaftsrat Mölkau bedankt sich bei allen Gästen für das Interesse sowie die Spendenbereitschaft. Dank gilt an dieser Stelle auch allen Partnern:
- Direktorin der Oberschule Mölkau, Frau Hartmann, (für die Bereitstellung der Aula)
- GastroHochZwei Geschäftsführer Mathias Franke (Catering)
- Musikschule Leipzig Joh.-Seb.-Bach sowie Allround Diskothek Matthias Lehmann für die musikal. Umrahmung
- allen freiwilligen Helfern vor, während und nach der Veranstaltung



















































